Mailand [Bericht]   [Daten]   [Karte]   [Touren]   [Home] mailand.jpg (2587 bytes)

Knapp zwei Wochen nach der Deutschlandtour war eine weitere Tour von ursprünglich Baldham (östlich von München) nach Mailand geplant. Mitgefahren sind bei dieser Tour nicht unbedingt die Biker-Gang, sondern Freunde aus der Kollegstufe, die auch Lust auf eine Mehrtagestour verspürten: Andreas, Sascha, Norman und ich. Durch den Begleitwagenservice von Andreas Mutter, die Übernachtungen in Jugendherbergen und keine allzulangen Tagesetappen wurde die Mailandtour zu einer genußvollen Tour durch schöne Bergwelt.

1. Tag (29.08.1993):

Mailand1.jpg (22381 bytes)Am geplanten Starttag regnete es ununterbrochen und wir entschieden uns auf besseres Wetter zu warten. So kamen wir nach einem weiteren Regentag erst zwei Tage später als geplant los. Da wir die gesamte Tour wegen verschiedenen Terminen nicht einfach nach hinten schieben konnten, fuhren wir die ersten zwei Tagesetappe im Auto bei Andreas Mutter und Vater (2 Autos, da Andreas Vater schon früher wieder zurück mußte) mit. Um noch den ganzen Tag zum Radfahren zu haben, starteten wir mit den Autos in Baldham schon um 5:00 Uhr fuhren bis Filisur in der Schweiz (Foto links). Dort stellte Andreas Vater sein Auto ab und stieg mit uns aufs Rad um, wärend Andreas Mutter Begleitfahrzeug spielte. mailand2.jpg (16396 bytes)Ab Filisur hatten wir noch den Großteil des Anstiegs bis zur Paßhöhe des Albula-Passes vor uns (Foto rechts). Bald zog sich unsere kleine Gruppe auseinander und jeder fuhr seinen eigenen Takt. Unterwegs wartete Andreas Mutter einmal auf uns um die Trinkflaschen nachzufüllen. Anfangs ging die Strecke durch bewaldetes Gebiet, teils an einem Fluß entlang, später, oberhalb der Baumgrenze, durch felsiges Gebiet. Schon lange vor der Paßhöhe konnte man die letzten Anstiege sehen. Oben angekommen spürten wir einen kühlen Wind und zogen unsere durchgeschwitzten Trikots aus und warme lange Radlkleidung an. Nach ein oder zwei Müsliriegel (die luftdichten Verpackungen hatten sich bei der hier herrschenden dünnen Luft wie Luftballons aufgeblasen), starteten wir die Abfahrt. Nach anfänglich nur leichtem Gefälle folgte ein steiles Teilstück und später etliche Serpentinen bis hinunter nach La Punt. Oft mußten wir weidenden Kühen aufweichen, die unvermittelt auf die Straße liefen. In La Punt angekommen wurden wir von Andreas Eltern in einem Straßenkaffee zu einem Eisbecher eingeladen (Foto links). Wir genossen nach der relativ kühlen Abfahrt die Sonne auf der Kaffeeterasse. mailand3.jpg (35147 bytes)Es folgte eine Fahrt über viele Anstiege und Abfahrten über St. Moritz, am Silverplana See vorbei bis zu Ortschaft Maloja (am gleichnamigen Paß). Wir bezogen hier unser Quatier in der Jugendherberge des Ortes und duschten uns. Die engen Schlafplätze (7 nebeneinander in zwei Ebenen, mit nur einem schmalen Gang am Fußende) erinnerte ehr an das Schlaflager einer DAV-Hütte hoch in den Bergen als an eine Jugendherrberge (Foto rechts). mailand4.jpg (13463 bytes)Beim Postkartenschreiben an einige Freunde daheim, wußte bald niemand mehr ob es Maloja oder Majola heißt (naja, man kann sich's ja denken, wenn's falsch gewesen sein sollte). Wir genossen noch eine zeitlang die Abendsonne auf einer Bank vor der Jugendherrberge, bis wir von Andreas Eltern zu einem noblen Abendessen in ein Gasthaus im Ort eingeladen wurden, bei dem wir den Geburtstag von Andreas Mutter feierten. Nachdem jeder sein Gericht gegessen hatte bestand Andreas Vater noch darauf, daß wir noch eine Portion von den berühmten Käßspäzle probierten. So fielen wir am Abend vollgefüllt und erschöpft in unser Schlaflager in der Jugendherberge. Außer dem unvermeidlichen Streit darüber, wie weit das Fenster offen stehen soll (immer ein Problem bei derartigen Schlaflagern: Temperatur <->Gestank), schliefen wir alle gut in dieser Nacht.

2. Tag (30.08.1993):

mailand5.jpg (15890 bytes)Der nächste Tag fing gleich morgens mit dem Chaos an, daß ca. zehn Leuten versuchten in dem engen Gang am Fußende der Schlaflages ihre Sachen zu packen. Entschädigt für diese engen Schlafplätze wurden wir jedoch durch eine gutes Frühstück in der Jugendherberge (Foto links). Die Sonne schien wieder und bald waren wir bereit wieder aufs Rad zu steigen. Die heutige Etappe begann sofort mit einer steilen Abfahrt durch Serpentinen vom Maloja-Paß hinunter. Dieser Straße weiter folgend passieren wir bald die Grenze von der Schweiz nach Italien. Wieder wechseln sich mehr oder weniger kurze Anstiege mit Abfahrten ab. Der Verkehr auf dieser recht großen Verbindungsstraße hält sich wider erwarten in Grenzen und wir kommen gut voran. Bei einer steilen Abfahrt vor versucht Norman den nachfolgenden Autos Platz zu machen und gerät dabei in die Wasserabflußrinne an der rechten Straßenseite. mailand6.jpg (15184 bytes)Er berührt mit dem Lenker die steile Felswand und stürzt bei ca 40 km/h. Dank großen Sicherheitabstand kann ich hinter Norman fahrend noch abbremsen und ausweichen. Auch ein Autofahrer hält sofort an und wir kümmern uns um Norman, der einige große Abschürfungen davongetragen hatte, aber, nachdem er den ersten Schock verdaut hatte, wieder aufstehen konnte und der Ausweichbucht an der anderen Straßenseite gehen konnte. Dort setzte er sich hin und Andreas fuhr seiner Mutter Bescheid sagen, wärend sich Norman vom Schock erholte und wir seine Schürfwunden mit dem Verbandszeug des Autofahrers provosorisch verbanden. Bei Normans Fahrrad war eine Pedale und der klinke Bremshebel total verbogen. Als Andreas Mutter kam, steig Norman ins Auto und wir schraubten sein Rad auf dem Dach fest. Angekommen in Chiavenna kaufte Andreas Mutter Desinfaktionsmittel und versorgte Normans Wunden. mailand7.jpg (19665 bytes)Norman entschied sich, nachdem er versucht hatte wieder auf ein Rad zu steigen, doch mit Andreas Vater nach Hause zu fahren. So fuhr Andreas Eltern mit Norman zurück nach Filisur, von wo aus Norman mit Andreas Vater im anderen Auto nach Hause fuhren und Andreas Mutter wieder umkehrte um uns in Como zu treffen.  Mit getrübter Stimmung durch diesen Vorfall fuhren Andreas, Sascha und ich weiter zum Nordufer des Comer Sees. Dort suchten wir lange um die kleine Uferstraße am Ostufer der Sees zu finden. Das Suchen sollte sich aber gelohnt haben, denn wir fuhren bis Varenna auf einer wunderschönen Küstenstraße, die immer mit Blick auf den See durch viele kleine alte italienische Dörfchen hindurch am steilen Ufer hoch und runter führte. Von Vienna aus fuhren wir mit der Fähre an das westliche Ufer des südlichen "See-Arms", nach Bellagio (Foto rechts). Auch von Bellagio nach Como führen wir auf einer wunderschönen Küstenstraße (Foto links) und trafen Abends in Como ein. In der Jugendherberge bezogen wir ein schönes Sechsbettzimmer mit Bad und konnten die Räder sogar ins Zimmer stellen. Wir trafen Andreas Mutter, die direkt aus Filisur kam und aßen in einer Pizzaria zu Abend.

 

3. Tag (31.08.1993):

mailand8.jpg (11660 bytes)Nach einem nicht sehr überzeugenden Frühstück in der sonst sehr guten Jugendherberge (Foto links), brechen wir zur letzten Etappe nach Mailand auf. An diesem Tag können wir fast 1000 Höhenmeter abbauen und haben keinen einzigen Paß vor uns. Dementsprechend gut lief es dann auch. Auf halben Weg verloren wir jedoch wegen einem Mißverständnis unseren "Service-Wagen" mit Andreas Mutter. mailand9.jpg (14461 bytes)Bei einem Supermarkt kaufen wir uns Brot, Wurst und Wasser. Bald wurde der Verkehr dichter als wir in die nähe der Großstadt Mailand kamen. Schließlich kämpften wir uns durch den Verkehr einer Großstadt, ständig auf Karten schauend bis zum Reitstadion, wo wir uns mit Andreas Mutter verabredet hatten und trafen trafen sie dort auch. Die Fahrräder stellten wir aufs Autodach und schlossen die mit etlichen Schlössern fest. Nach dieser ungewollt kurzen, aber sehr schönen Genußtour zogen wir uns zivile Kleidung an und fuhren mit der U-Bahn ins Stadtzentrum, aßen ein Eis und schauten uns das Zentrum an (Foto rechts). Noch am selben Abend brachen wir mit dem Auto in Richtung Heimat auf und kamen früh am nächsten Morgen zu Hause an. Vielen Dank an Andreas Mutter für den ständigen Support und die Transfers nach Filisur und wieder nach Hause !!!



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