Wyoming/USA [Bericht 1 2 3 4 5 6 ]
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7. Tag (13.8.00): Fontanelle - hinter La Barge (Richtung Alpine)
In der Nacht haben wir Besuch. Wir hören ein Rascheln im Vorzelt. Peter greift gleich zu seinem Messer, ich mache den Reißverschluss des Innenzeltes auf, da sehen wir, wie mein Seesack langsam Ruck für Ruck unter dem Überzelt verschwin-det. Wir greifen den Sack, und ziehen ihn mit einem Ruck wieder ins Zelt zurück. Als wir das Überzelt geöffnet haben, ist nichts mehr zu sehen. Am nächsten Morgen finden wir auch nur ein paar Kratzspuren auf meinem Seesack, muß wohl ein Bieber, Dachs, Fuchs oder etwas ähnliches gewesen sein. Wir Frühstücken mit Brot und sitzen bald wieder auf den Rädern. Im Vergleich zu gestern kommen wir recht gut voran. Nach ein paar Meilen erreichen wir den Stausee Fontanelle Reservoir, tut gut, mitten in der Wüste zu einem See zu gelangen. Der See geht über in den Green River, wir kommen zu einer Stelle an der damals die Pioniere den Fluss überquert haben, eine große Holztafel weist darauf hin. Etwas später sind wir am Names Hill, einem Sandsteinfelsen, wo damals bekannte Trapper , u. a. James Bridger (1844), ihre Namen eingeritzt haben. Entlang des Flusses wird es immer grüner. Bald wachsen vereinzelt auch wieder Bäume. Nach 5 Tagen Wüste ein sehr erquickender Anblick. Den Abzweig Richtung Alpine lassen wir vorerst links liegen und fahren bis La Barge, wo wir unsere Vorräte wieder auffüllen (Brot wieder 5 Tage über Haltbarkeit, wir verzichten). Ein Mädel kocht verschiedene Burger mit recht fettigen Pommes, trotzdem greifen wir dankbar zu. Zurück aufs Bike und bald geht's direkt auf die Berge zu Richtung Alpine. Wieder haben wir starken Gegenwind und kommen nur sehr langsam mit abwechselndem Windschattenfahren voran. Doch die Land-schaft wird immer grüner und lebensfreundlicher. Der Weg steigt bald an einem Fluss entlang stetig an. Auf einer Wiese am Fluss bauen wir das Zelt auf, zum Kochen nehmen wir Flusswasser und genießen Nudeln mit Tomatensoße und Champig-nons, selbst gemixt, nicht aus der Tüte. Die Nacht wird bedeutend kühler, man spürt schon die Berge.






8. Tag (14.8.00): hinter La Barge - Moose Flat Campground vor Alpine
Auf der weichen Wiese haben wir super geschlafen. Wir frühstücken das letzte Brot, dazu Salzbrezen aus der Tüte. Wir folgen dem Schotterweg mal hoch mal runter, tendenziell jedoch bergauf, erreichen Bridger Nat. Forrest , es wird grüner, immer mehr Bäume. Uns kommen 3 Cowboys auf Pferden entgegen, sie passen bestens in das Landschaftsbild. Als wir den kleinen Pass erreicht haben geht's nur noch bergab. Der Schotter wird teilweise sehr grob und ich bekomme Angst um meinen Aluminiumgepäckträger, auch Peter bekommt mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken seinen Hintern immer mehr zu spüren. Der Weg führt entlang dem Greys River, der unzählige kleine Bäche aufnimmt und zusehends größer wird. Irgendwo auf diesem Schotterstück muß ich dann auch meine Topo-Atlas Wyoming verloren haben. Bin noch ein Stück wieder zurückgefahren, habe ihn aber leider nicht mehr finden können. Nicht allzu weit vor Alpine (ca. 21 Milen) finden wir einen National Forrest Campground auf dem wir für die Nacht bleiben. Der Greys-River läuft direkt am Campground vorbei und wir nehmen ein ausführliches Bad in dem schnellfließenden, kühlen Fluss und waschen uns damit Schweiß und Sonnencreme von der Haut. Wir unterhalten uns mit einem amerikanischen Rentner, der ab 1945 für mehrere Jahre überall in Deutschland stationiert war und sich freut uns zu sehen. Nach dem obligatorischen Nudelfrühstück bemerken wir eine beängstigend dichte, gewaltige Rauchsäule, die anscheinend nicht weit von unserem Campground in den klaren Himmel steigt. Besorgt fragen wir bei dem freundlichen Rentner nach, der erklärt uns, dass das Feuer noch jenseits einer Schlucht ist, die Firefighter schon verständigt sind, und keine Gefahr bestehe. Das beruhigt uns und wir beschließen auf dem Platz zu bleiben. Wir füllen an einer Hebelpumpe alle verfügbaren Flaschen auf und werfen Micropur hinein, um am nächsten morgen Trinkwasser zu haben.





9. Tag (15.8.00): Moose Flat Campground - KOA Hoback Junction
Brot zum Frühstück haben wir mal wieder keines und da wir keine Lust auf Nudelnkochen haben bleibt uns nichts anderes übrig als uns wieder mit Müsliriegeln zu begnügen. Richtung Alpine geht's weiter bergab, allerdings immer wieder mit kleinen Steigungen zwischendurch. Wegen der zahlreichen Baustellen ist reger Lastverkehr auf der trockenen Schotterstraße und wir schlucken eine Menge Staub. In Alpine wird aus dem Schotter wieder Asphalt und bald treffen wir auf eine große Straße (89), an der wir einen Supermarkt finden und unsere Vorräte wieder auffüllen. Gleich nebenan essen wir in einem Cafe namens "Red Baron" (deutscher Flieger) eine Pizza und nutzen den Refill bei Sprite voll aus. Der weitere Weg führt und jetzt an einer stärker befahrenen Straße immer entlang dem Snake-River, flussaufwärts bis hinter die Hoback Junction wo uns wieder ein komfortabler KOA-Campground erwartet. Satte $30 für einen Zeltplatz für eine Nacht ist zwar richtig heftig, aber wir genießen den Komfort und die heißen Duschen. Es ist noch früher Nachmittag und wir haben noch viel Zeit unsere Sachen zu waschen und uns danach auf die TermARest an den Fluss zu legen, zu relaxen, Beef Jerky und Brenzen mit Sprite zu essen, zu dösen und in den Himmel zu starren. Einige Kinder jagen eine kleine Schlange über die Steine dem Flussufer entlang. Ein kleiner Seitenfluss ist dicht an unserem Platz aufgestaut und sorgt zusätzlich für Abkühlung. Gegen Abend fällt es schwer aufzustehen, aber wir haben Hunger. Ich koche Reis mit Salsa-Sauce, dazu gibt's schwarze Bohnen und Tabasco. Peter schreibt Karten. Immer wieder fallen ein paar Tropfen Regen. Wir ziehen den Tisch weiter unter einen großen Baum. Die 9 (!) Portionen Reis stellen sich als doch etwas zu viel heraus, der kurze Radltag war wohl nicht anstrengend genug. Egal, gut war's trotzdem. Beim Rauschen des kleinen Baches schlafen wir ein.



10. Tag (16.8.00): KOA Hoback Junction - KOA Teton Village
Ruhetag. Heute geht's lediglich 12 lockere Milen bis Jackson Hole. Die Sonne brennt schon früh aufs Zelt und wir werden von der gestauten Hitze wach. Der Himmel ist wieder strahlend blau. Keine Spur mehr vom Regen des vorigen Abends. Fürstliches Frühstück mit Milch und 10 verschiedenen Cerealarten aus Kellogs-Probierpackungen. Zähneputzen, rasieren, Zelt abbauen und weiter geht's. Nach gemütlichen 12 Milen erreichen wir Jackson. Mit knapp 5000 Einwohner weit und breit die größte Stadt und große Touristenmetropole. Unmengen Souvenirshops, dazwischen aber auch für uns interessante Outdoor- und Bikeläden. Wir spendieren unseren staubtrockenen Ketten etwas Öl, Peter kauft sich ein Kombiwerkzeug von ParkTool und einen Wasserfilter von MSR. Lange stehen wir vor einem wunderschönen 2-Mann NorthFace-Zelt (Talus). Um dem Touristenrummel möglichst schnell wieder zu entgehen brechen wir bald wieder auf, besuchen am Ortsende den Mäcki und fahren weiter bis zum KOA Campground bei Teton Village / Jackson Hole. Wieder haben wir eine langen Nachmittag Zeit. Der Campground-Shop ist horrend teuer (man merkt, das man sich den Nationalparks nähert). Sprite nur in kleinen Dosen, nicht in 2 Liter-Flaschen zu kaufen. In einer regionalen Zeitung lesen wir, dass der für die nächsten Übernachtung geplante Campground am Südeingang das Yellowstone Nationalparks wegen Waldbrand evakuiert wurde. Hoffentlich ist morgen wieder alles OK. Dafür erfahren wir, dass es in West Yellowstone einen Bikeshop gibt. Hoffentlich auch Kisten für den Heimflug! Neben uns zwei Mädels, die mit dem Auto Urlaub machen, eine von ihnen hat in New York eine Damen-Basketball Profikarriere begonnen. Sie stylen sich mit Cowboyhut und hohen Stiefeln und besuchen am Abend noch ein Rodeo in Jackson. Wir würgen uns noch einen Topf Nudeln mit Mais rein, Hunger hat eigentlich keiner so richtig. Um uns herum viele Harley-Reisenden. Eine Spezie für sich! Naja, wir sicherlich auch.




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