Wyoming/USA [Bericht 1 2 3 4 5 6 ]
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15. Tag (21.8.00): Grand Village Campground - Canyon Village Campground
Das erste Mal auf der Tour, daß wir verschalfen haben, als wir aus dem Zelt raus sind ist die CheckOut-Time (10:00 Uhr) schon vorbei. Vielleicht liegt's daran, dass wir in der Nacht 2x von heulenden Wölfen wachgeworden sind. Klang beunruhigend nah. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren verschieben wir das Frühstück auf die erste Picknick-Area. Diese war gleich das West Thumb Geysir Basin. Wieder kristallklare, intensiv farbige Basinbecken. Wir lassen die Fahrräder stehen und machen unsere Runde über die Bretterstege vorbei an den Geysiren und heißen Quellen. Weiter am See entlang machen wir später noch eine Pause am Gull Point, eine Halbinsel mit schwarzweißem, groben Sand, der sich durch die Sonne angenehm aufgeheizt hat und so eine wunderbare Möglichkeit bietet, alle viere von sich zu strecken, die warme Sonne, den angenehmen Wind, die Ruhe und die wunderschöne Seelandschaft zu genießen. Kurz vor Lake Village steht auf einmal unvermittelt ein imposanter Büffel direkt vor uns auf der Straße. Vor Büffeln waren wir weitaus eindringlicher gewarnt worden als vor Bären und so zollen wir angemessen Respekt. Ich packe die Kamera aus, wir fahren weit auf die linke Fahrbahn ausweichend an dem Tier vorbei und ich schieße im Vorbeifahren ein Bild vom Büffel. In Lake Village genehmigen wir uns ein Eis, Cookies und Weintrauben. Vor Canyon Village besuchen wir den "Canyon of the Yellowstone". Von den Aussichtspunkten Lower/Upper Falls und Artist's Point aus hat man wunderschöne Ausblicke auf einen Canyon der eine Mischung zwischen Grand Canyon und Bryce Canyon darstellt. In den Abmessungen gewaltig und auch farblich sehr kontrastreich. Angekommen auf dem Campground will man uns klarmachen, dass der dieser bis auf den letzten Platz ausgebucht ist und wir doch weiterfahren sollen, ca. 21 Milen bis zum nächsten Platz. Bald stellt sich heraus, dass die Dame uns für Biker (Motorradfahrer) und nicht für Biker (Radfahrer) gehalten hat. Für Wanderer und Radler ist immer ein Hiker&Biker-Site frei. Erleichtert bauen wir unser Zelt auf und bekommen bald Besuch von einem Deutschen, der uns an den Ortlieb-Gepäcktaschen als Deutsche identifiziert hatte. Manfred kommt aus Augsburg, ist seit 2 Monaten unterwegs, hat 8000er bestiegen, mit Messner ein Buch geschrieben und sich jetzt im Rentenalter aufs Radfahren verlegt. Er ist in Alaska gestartet, den Dempster Highway gefahren und jetzt auf dem Weg nach Chicago. Irre Leute trifft man! Nach einer Lipton-Nudelmahlzeit verkriechen wir uns in unseren Schlafsäcken. Es wird empfindlich kalt und wir haben verpennt, Kaba nachzukaufen.






16. Tag (22.8.00): Canyon Village Campground - Mammoth Hot Springs Campground
Aufstehen, frühstücken, losfahren. Von Anfang an bergauf, bis auf den Dunraven Pass auf 8800 ft., von da weg nur noch berab, ca. 12 mi ohne zu treten oder zu bremsen. So macht's Spaß! Durch abgebrannte Zahnstocherwälder, durch Grizzly Country bis zur Mittagspause, die wir sehr früh einlegen. Wir beide können nicht viel essen. Die Towerfalls sind recht schön, der anschließenden Canyon auch sehr beeindruckend. Danach geht's noch mal richtig hoch, dann immer wieder hoch und runter mit viel Gegenwind. Bereits um 16:30 Uhr treffen wir in Mammoth ein. Zu früh um gleich den Campground aufzusuchen und so beschließen wir uns die Hot Springs noch an diesem Abend anzuschauen. Bei Abendsonne sieht so und so alles gleich noch mal so schön aus. Zu den Upper Hot Springs müssen wir nochmals eine kräftige Steigung bewältigen und auch die Straßenrunde durch das Gebiet ist nicht ohne. Trotzdem sehr beeindruckend, die Formen und Farben der Mineralablagerun-gen. Die untere Runde absolviert man wieder zu Fuß und wir stellen unser Bikes ab. Auch hier wieder wunderschöne Farben und Formen. Wir kaufen in Mammoth noch ein und stellen uns dann auf den Campground - wie üblich bekommen wir wieder einen Biker&Hiker-Platz zugewiesen. Während wir noch unsere ersten Nissin-Cup-Noodles der Tour verspeisen bekommen wir Gesellschaft von Wendy aus Californien. Sie ist mit dem Radl unterwegs von Oregon nach Washington D.C., als Frau und ganz alleine. Gegen 21:00 gibt's im "Amphitheater" des Campgrounds einen Vortrag über die Geologie der Yellowstones von einer Rangerin mit Dias unter freiem Himmel. Wir schnappen uns unseren Topf mit heißem Kaba und setzten uns dazu. Nach dem Vortrag bemerken wir, dass hinter und ein Geschwisterpaar aus Schliersee sitzt, Bruder und Schwester, etwa in unse-rem Alter. Sie sind mit einem Mietwagen unterwegs von Canada nach L.A. Bis spät in die Nacht unterhalten wir uns über Mountainbiken, Surfen, Campen, Gardasee und Amerika.








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