17. Tag (23.8.00): Mammoth Hot Springs Campground - Madison Campground
Obwohl wir gestern noch lange mit den Schlierseern geratscht haben, wachen wir recht früh auf. Zum Frühstück haben wir uns schon am Vortag die Sandwiches im Hamilton Store ins Auge gefasst und so bauen wir schnell das Zelt ab, packen unsere Sachen und finden uns bald mit 3 herrliche Sandwichschachteln vor dem Hamilton-Store wieder. Schmeckt wunderbar. Wieder quälen wir uns die Steigungen an den Lower und Upper Terraces vorbei, und noch einige Milen bergauf, bis es flach mit etwas Gegenwind bis zur Norris Junction geht. In einem Ranger-Museum bekommt man Einblick über die Tätigkeit der Parkranger im Laufe der Jahre, ein netter ehemaliger Biologieprofessor betreut jetzt in seiner Rentenzeit die Besucher. Weiter geht's zu den Norris Geysiren. Auf dem weg dahin werden wir von einem neuen 3er BMW überholt (das ganz neue Modell), wenig später sehen wir das Fahrzeug am Fahrbahnrand abgestellt und den Fahrer (in unserem Alter) mit einer Kamera auf uns wartend um uns zu fotografieren. Wir grüßen freundlich und wundern uns. Den Fahrer, einen Softwareingenieur aus Indien treffen wir wenig später bei den Norris Geysiren. Netter Kerl, zieht gerade um von Chicago nach Silicon Valley, und hat sich dafür 8 Tage Urlaub genommen. Auf dem Parkplatz will er von uns noch irgendeinen Wunsch oder Spruch, am besten in Deutsch, in sein Tagebuch geschrieben bekommen. Kein Problem. Wir gönnen uns aus einem Automaten jeder ein Dose Sprite für satte $1, dafür aber herrlich kalt. Madison Junction erreichen wir ohne große Anstrengung, weiter bis Yellowstone wäre wohl auch kein Problem gewesen, trotzdem, eine letzte Nacht in der Natur ziehen wir doch dem Touristenrummel in West Yellowstone vor und so bleiben wir noch eine Nacht auf einem schönen State-Campground innerhalb des Nationalparks. Das letzte Päckchen Fertignudeln, Kekse, Kaba. Viel Zeit zum relaxen. Morgen nur 14 Milen und wir sind wieder zurück in West Yellowstone. Die Radtour geht zuende. Irgendwie schade.
18. Tag (24.8.00): Madison Campground - West Yellowstone
Nach gemütlichem Frühstück brechen wir erst gegen 10:15 Uhr auf. Wir haben keine Eile. Nicht zu schnell, wir wollen die letzten 14 Milen noch mal so richtig genießen. Am Parkausgang machen wir die letzten Fotos der Biketour und fahren zurück auf unseren Campground. Wir sind eine Nacht früher dran als geplant, so haben wir noch zwei Nächte hier in West Yel-lowstone. Da die Duschen gerade geputzt werden, bauen wir nur schnell das Zelt auf, werfen unser Gepäck hinein und fahren eine Runde einkaufen. Gewicht spielt jetzt keine Rolle mehr und so schlagen wir kräftig zu. Peter deckt sich mit Ahorn- und Schokosirup ein (gibt es in Deutschland kaum), weiterhin noch Beef Jerkey und Hot Chocolate-Pulver. Danach erst mal aus-führlich unter die Dusche, rasieren usw. Man fühlt sich wieder als Mensch. Mit einigermaßen sauberen Klamotten haben wir uns auf die nächste Shoppingrunde gemacht. Mittlerweile hat es angefangen zu Regnen. Wir sprinten von einem Geschäft ins andere bis wir uns einigermaßen neu eingekleidet haben, neue Jeans, Hemd, T-Shirts, gar nicht so einfach in West Yel-lowstone. Man kann zwar 1000 verschiedene Yellowstone-T-Shirts in den Touriläden kaufen, aber ganz normale Jeans, Hem-den, Socken und vor allem U-Hosen sind nur sehr schwer zu finden. Noch ein Besuch im Yellowstone-Museum, wieder einen Burger im Canyon Street Grill und dann zurück ins glücklicherweise noch trockene Zelt.
19. Tag (25.8.00): West Yellowstone
Ein freier Tag in West Yellowstone. Morgens ist es so nebelig, dass man kaum die Hand vor Augen sieht, später kommt aber die Sonne raus. Lesen, essen, Kartenschreiben, relaxen. Wir packen die Bikes in die Kisten, ziemlich eng, aber es geht.
20.-21. Tag (26-27.8.00): Greyhound: W.Yellowstone - Denver
Wunderbaren Sandwich bei Ernies gegenüber vom Campground gefrühstückt, Ken vom Campground Good Bye gesagt und die Kisten zur Greyhound-Haltestelle geschleppt. Glücklicherweise nicht allzu weit. Der Kerl von den Office-Services will nichts für die Bikekisten kassieren, soll der Fahrer machen. Der Fahrer hat auch keinen Bock drauf, weil er cool ist. VoKuHiLa, blitzende Cowboystiefel, Goldkettchen usw. Ein echter Westernheld. Die Fahrt bietet nicht viel aufregendes, Peter liest und leiht mir das anderer Buch. Grisham's Testament, eine gute Lektüre für eine lange Busfahrt. In Salt Lake warten wir eine Stunde auf unseren Anschlussbus nach Denver. Der neue Fahrer fährt diese Strecke zum zweiten mal und tut sich recht schwer aus der Stadt rauszufinden. Nochmals umsteigen in Green River und nach insgesamt etwa. 21 Stunden Busfahrt befinden wir uns wieder in Denver. Die Bike-Kisten können wir für $16 an bei Greyhound für 24 Stunden abstellen, wir suche wieder das Motel auf, in dem wir auch auf der Coloradotour schon übernachtet hatten und kriegen ein Zimmer. Uns bleibt noch der gesamte Nachmittag in Denver. In der Einkaufstraße von Denver finden wir ein Outlet-Store, wo Markensachen zu Schleuderpreisen verkauft werden. Das haben wir natürlich voll ausgenutzt. Den Abschluß der Tour feiern wir mit einem T-Bone Steak im Hard-Rock Cafe. War super!
22.-23. Tag (28-29.8.00): Flug: Denver - München
Wir holen die Räder bei der Greyhound-Station ab, steigen in den Greyhound zum Flughafen und werden dort vom Busfahrer direkt vor unserem Terminal abgesetzt. Wir sind viel zu früh dran. Flug geht erst in 5 Stunden, aber mit unseren großen Bike-kästen wollen wir auf Nummer Sicher gehen. Kurzer Schreck beim CheckIn. Die Damen meint, die Bikekästen wären zu groß für den Scanner, wir müssten sie auspacken. Hat die eine Vorstellung wie's da drinnen ausschaut? Wir hatten in West Yel-lowstone 2 Stunden zugebracht bis wir die Kästen so verpackt hatten. Zum Glück kommt Entwarnung, die Kästen werden vermessen und sind dann doch OK. Ein Glück, mit den großen Kästen vom Hinflug hätten wir hier wohl ein Problem bekom-men. Unsere Sitzplätze im Flugzeug sind sehr eng, die letzte Reihe, die hinten noch dreifach bestuhlt ist. Peter fühlt sich in der Enge überhaupt nicht wohl und verbringt 1-2 Stunden stehend beim WC. Drei Stunden Aufenthalt in Londen. Wir vertreten uns ausgiebig die Beine. In München werden wir vom Flughafen abgeholt, Bikekästen in den Uno und nichts wie nach Hause, wo schon ein Schweinebraten wartet.
Wieder ist ein Bikeurlaub zuende, wir haben uns wieder erstklassig verstanden, eine Menge erlebt, es war eine Traumtour gewesen und wir würden sofort wieder aufbrechen zur nächsten Tour.